Emotional Art: die Künstlerin Lisa Park nutzt ihre Gehirnwellen, um mit Wasser zu malen

Was Gefühle in uns auslösen, kennen wir allzu gut. Doch kann man Gefühle auch visualisieren? Tatsächlich können Forscher mithilfe von EEG Sensoren Hirnwellen messen, deren Daten von einem Computerprogramm ausgelesen werden. Auf diese Weise können die Alpha-, Beta-, Delta-, Gamma- und Theta- Wellen aus dem Gehirn auf einem Computerbildschirm sichtbar gemacht werden.

Um die Gefühle darüber hinaus auch greifbar zu machen, haben einige Künstler mit nicht- newtonischen Fluiden wie z.B. Farbe, Wasser und Maisstärke oder Ketchup experimentiert. Bei den Versuchen veränderte man beispielsweise die Substanzen durch verschiedene Töne, brachte sie zum Tanzen oder bildete Formen.

Die Künstlerin Lisa Park geht für ihre Arbeiten noch ein Schritt weiter. Sie nutzt die EEG Sensoren, um ihre eigenen Hirnwellen aufzunehmen. Diese werden an einen Computer übertragen und in Echtzeit in hörbare Schallwellen umgewandelt. Diese Schallwellen werden anschließend von 48 Lautsprecher abgespielt,

auf denen sich Wasser befindet Die Intensität der Schallwellen verändert sich, je nachdem in welchem Gefühlszustand Lisa sich gerade befindet. Strahlt ihr Hirn z.B. mehr Beta- Wellen aus, die oft im Gehirn auftreten, wenn wir etwas Lautes tun wie beispielsweise Lachen, Weinen oder Schreien, werden die Schallwellen vom Programm entsprechend lauter abgespielt.

Das Beeindruckende an diesem Kunstprojekt ist jedoch, dass ein visuelles Bild von Lisas emotionalem Zustand im Wasser ensteht.

Ihr Projekt nennt die Künstlerin „Eunoia“. Dieses Wort leitet sich aus den griechischen Wörtern „καλά“ und „μυαλό“ ab, was soviel wie „gut“ und „Verstand“ oder „Geist“ bedeutet. Für sie bedeutet es „beautiful thinking“, was so viel heißt wie „schönes Denken“. Die Anzahl von 48 Lautsprechern hat sie ausgewählt, weil Baruch Spinoza in seinem Buch Ethica (auf Deutsch: Ethik) 48 menschlichen Gefühle behandelt.

Quelle Lisa Park

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