Die Pflicht glücklich zu sein. Gabrielle Bernstein erklärt den Sinn des Lebens.

„Die Leute fragen mich manchmal: Woher nimmst du die Zeit, täglich zu meditieren?“ Gabrielle Bernstein antworte dann: „Wieso habt ihr Zeit, euch den ganzen Tag lang scheiße zu fühlen?“ Die attraktive New Yorkerin Gabrielle Bernstein verkörpert perfekt das „spirituelle It-Girl“. Sie ist Bestsellerautorin und Ratgeberin der Herzen in Oprah Winfreys „Super Soul Sunday“, einem sonntäglichen Fernseh-Frühschoppen für Sinn- und Übersinn-Suchende. Als selbst ernannter „Spirit Junkie“ verkörpert „Gabby“ eine inspirierende Mischung aus tougher PR-Frau, die sie einst war, Wanderpredigerin und Yogalehrerin („Ich mache Kundalini, weil ich gern high bin!“). Außerdem ist die 34-Jährige eine schlagfertige Unterhaltungskünstlerin von emotionalem Nährwert. Sie selber versteht sich als „spirituelle Aktivistin“, mit der Mission, immer mehr Menschen zur Meditation anzustiften, damit das so gesammelte höhere Bewusstsein durch einen energetischen Quantensprung eines Tages Frieden in der Welt schafft. „Das ist kein Bullshit, sondern Wissenschaft, Quantenphysik!“, sagt sie mit Nachdruck. „Allein die Energie eines Seminars kann den Spirit einer Stadt heben.“

Ein Spiritjunkie zu sein bedeutet, dass, ganz egal, was in deinem Leben passiert, du dich zu deinem Glück, zu deinem inneren Bewusstsein und deiner inneren Verbindung verpflichtest

Gabrielle Bernstein

Sie rät: Wer Frieden wolle, müsse bei sich selbst anfangen. Fünf Minuten Meditation würden bereits die Atmosphäre verändern. Ihr Buch heißt im Original „Miracles Now!“. Selbst gemachte Wunder? Wie soll das gehen, wo man gerade mal einen selbst gemachten Kuchen hinkriegt? Freude und Glück als menschliches Grundrecht und Gradmesser für ein erfolgreiches Leben zu betrachten, wie Gabby predigt, das erscheint fast frivol – und doch verführerisch. Der deutsche Titel lautet „Du bist dein Guru“ und bietet in 108 Kurzkapiteln Hilfe zur Selbsthilfe. Bernstein sieht den Ratgeber als „praktischen spirituellen Werkzeugkasten, um in dieser schnellen, anstrengenden Zeit die Balance zu halten“. Elementar zum Beispiel: „Such nicht ständig nach Zerstreuung. „Als Medienprofi sendet Gabby ihre Lektionen auch über einen eigenen TV-Kanal, Podcasts, Facebook, Instagram und Twitter. Am liebsten würde man mit der schlagfertigen Amerikanerin bei einem Drink über das Leben reden. Doch das geht nicht, Gabrielle Bernstein lebt seit neun Jahren abstinent. In ihren Zwanzigern war sie nämlich „süchtig nach Erfolg, Liebe, Alkohol und anderen Drogen“. Dann kam mit 25 ein Blackout. Nach einer Party wachte sie auf, wusste nicht mehr, wo sie war. Sie schaffte es zwar irgendwie nach Hause, doch ihr fielen plötzlich all die Menschen auf, die auf dem Weg zu ihrer Arbeit waren, die – im Gegensatz zu ihr- statt Leere ein Leben hatten. Auf ihrem Bett liegend, begann sie zu beten: „Es muss etwas Besseres geben als das!“ Dieser Tiefpunkt fiel mit ihrem spirituellen Erwachen zusammen. Entzug, Therapie, Yoga, Meditation – schrittweise kämpfte Bernstein sich aus dem Dunkel heraus. Ihr Ehemann, ein Banker, den sie etwas später kennenlernte, ist wie sie ein „Lichtarbeiter“, auf Erleuchtung aus. Mittlerweile sind die beiden ein Jahr verheiratet und der nächste Schritt wäre ein Kind, „definitiv, obwohl ich großen Respekt davor habe“. Dazu möchte sie aus New York wegziehen und in einem Haus auf dem Land noch mehr zur Ruhe kommen.


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