Gretchen Rubin hatte die Idee für das Happiness Projekt eines Morgens während einer Busfahrt. Ihr wurde klar, dass sie sich etwas vormachte, wenn sie denkt, dass ihr Leben irgendwann in Zukunft ganz von alleine besser werden würde. Nein, das heute, so wie es ist, im Guten und Schlechten, das ist das wahre Leben. Und wenn sie damit nicht zufrieden war, musste sie die Veränderungen in die eigene Hand nehmen. Ihr wurde bewusst, wie kostbar das Leben ist und wie schnell es vorbei sein kann. Einer ihrer bekannteren Sprüche lautet „The days are long, but the years are short“ („Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz.“) Als dann der nächste Gedanke kam, dass sie die Sache anginge, sobald sie dazu Zeit hätte, wurde ihr klar, dass es nur das JETZT gibt. Am nächsten Tag haben sie bereits Bücher aus der Bücherei zu entsprechenden Themen auf ihrem Schreibtisch gestapelt. Sie musste das Rad nicht neu erfinden; Menschen beschäftigen sich mit der Frage nach dem Glück bereits seit tausenden von Jahren. Ihr wurde jedoch schnell klar, dass sie, für ihr eigenes Glück, ihre ganz individuelle Definition von Glück festlegen musste. Sie war sich ganz sicher, dass es ihr möglich war, sich selbst zumindest glücklicher zu machen. Die große Frage war, was sie dazu tun musste. Die „Gesetzmäßigkeiten des Glücks“ waren genauso vorhanden wie die Gesetze der Chemie und mussten nicht neu erfunden werden. Die große Herausforderung bestand in der Anwendung und Umsetzung dieser Gesetze für mein eigenes Glück.

Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz.

GRETCHEN RUBEN

Rubin ist ein großer Fan von Benjamin Franklin ( 1706 – 1790). Franklin schreibt in seiner „Autobiographie“ über Selbstverbesserung. Er hat sich im Alter von 20 Jahren zum Ziel gesetzt sich täglich in 13 Tugenden („virtue“) zu verbessern. Dazu hat er ein System mit Tabellen entwickelt („virtue chart“), um seinen Fortschritt täglich zu verfolgen.

Rubin konnte nicht all zu viel mit Franklin’s Tugenden anfangen und hat daher ihre eigenen Ziele (ihre „12 Gebote“ – eines für jeden Monat) festgelegt, welche, wenn sie sie dauerhaft in ihr Leben integrieren kann, sie glücklicher machen sollten. Sie ging einen Schritt weiter als Franklin: anstatt nur die Tugenden als Ziel zu definieren, bricht sie jedes Gebot (=Tugend) herunter in klar definierte und messbare Schritte und konzentriert sich für die Dauer eines Monates täglich auf die Schritte eines einzigen Gebots. Auf diese Weise integriert sie jeden Monat neue Schritte in ihren Alltag und ihr Leben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich bei den Schritten nicht um „ich sollte/muss X machen“ handelt, sondern um Schritte, welche ich selbst für mich definiert habe, um mein Leben glücklicher zu machen. Dies bedeutet, dass die Liste von Geboten und Schritte für jeden Menschen unterschiedlich ist und man sie mit viel Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen festlegen muss. Die Schritte selbst sind in der Regel sehr kleine, überschaubare Schritte; die Wirkung jedoch ist groß.


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